24.08.2017 Beachvolleyball - Die Europameisterin muss gehen Bei der Beachvolleyball-EM gewinnt Julia Großner mit ihrer Partnerin Nadja Glenzke überraschend Gold. Zahlreiche Gratiswetten wurden auf die Fortsetzung in der Besetzung im Beachvolleyball gesetzt. LSbet beobachtet die Jagd nach den Goldmedaillen. Noch vor dem Abflug hatte der Verband ihr attestiert, dass ihr sportliche Perspektive komplett fehle. Acht Monate zuvor hatten sie Experten noch ins Perspektivteam berufen. Und am Montag stieg Julia Großner aus dem Flieger in Berlin und genießt noch immer den Erfolg mit ihrer Partnerin Nadja Glenzke. Die beiden haben schwierige Situationen bei der Beachvolleyball-EM in Jurmula/Lettland bewältigt, sie haben sich nach verlorenen Sätzen wieder zurückkämpft. Und sind dann schließlich mit Gold und Pokal nach Hause geflogen. Was im Hinblick auch schon eine sportliche Aufgabe ist: Ihr eigener Verband hatte ihr ja vor der EM attestiert, im Hinblick auf Olympia 2020 ohne Perspektive zu sein. Die Geschichte um Julia Großner beginnt im vergangenen Winter. Es waren damals kaum professionelle Strukturen im deutschen Beachvolleyball vorhanden, was sich nach dem Olympiasieg von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst aber ändern sollte. Verbunden mit der Forderung, die Besten des Landes mögen doch bitte nach Hamburg ziehen, um dort zu leben und zu trainieren. Dazu wurde dann auch Großner gezählt. Sie war damals auch schon 28 Jahre alt und sollte fortan zusammen mit Nadja Glenzke, 21, ein Perspektivteam bilden, auch im Hinblick auf die kommenden Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Im Winter galt sie, als Talent aber eine neue Experten sprachen es ihr wieder ab Damals war Köhler noch nicht Sportdirektorin. Ihre Stelle wurde im August neu geschaffen, genauso wie die der Chef- und Assistenzbundestrainer für Männer und Frauen, die erst zu Beginn des Jahres nach und nach ihre Verträge unterschrieben. Es gab also ein neu formiertes Kompetenzteam, das aber von Großner nun weniger hält als das Expertenteam im vergangenen Winter. Im Hinblick auf eine längerfristige Ausrichtung mit den jetzt hauptamtlichen Bundestrainern und Chefbundestrainern wurden einige Entscheidungen überdacht. So einige hatten gegen Großner gestimmt. Es wurden insgesamt fünf Athleten die Spitzenförderung gestrichen, darunter die Beachvolleyballer Max Betzien, Tim Holler und Jonathan Erdmann. Sie waren alle acht Monate zuvor auf Drängen des DVV ebenfalls nach Hamburg gezogen. Jeder wusste ja, worum es in diesem System geht und einer von ihnen ist dahin gegangen und hat gedacht, man ist jetzt vier Jahre dort. Aber sicherlich denkt man auch nicht, dass man nur so kurz da sein wird. Dass solche Zukunftsgespräche vor einer EM durchgeführt wurden, erscheint unglücklich gewählt Es war in diesem Jahr schwierig mit den ganzen Höhepunkten so direkt nacheinander. WM begann Ende Juli und nun die EM, in zwei Wochen stehen schon die deutschen Meisterschaften an. Großner findet, dass es keinen besonders passenden Zeitpunkt für so ein Gespräch gäbe und man so was auch erst mal verarbeiten muss, was auch ein paar Tage gedauert hat. Aber weil die EM anstand, versuchte sie, sich mehr auf den Sport zu konzentrieren und sich im Moment weniger Gedanken darüber zu machen. Und wie man sieht, spielen kann sie offensichtlich doch ganz gut. Auf dem Weg zum Titel schlug sie zusammen mit Glenzke gleich drei andere deutsche Duos wie Victoria Bieneck und Isabel Schneider, Karla Borger und Margareta Kozuch und schließlich dann noch im Viertelfinale auch Walkenhorst und Ludwig. Die Olympiasiegerinnen waren zwei Wochen nach ihrem WM-Triumph geschwächt angetreten. Aber sie haben eine tolle Leistung gezeigt und wenig Fehler gemacht. In den nächsten Tagen soll es zwischen Großner und dem Verband weitere Gespräche geben. Aber es ist nicht zu erwarten das sich der DVV durch die Medaille umstimmen lässt.
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